Am 23. Juli 2026 stellte die Europäische Zentralbank offiziell zehn finale Designentwürfe der neuen Euro-Banknotenserie vor. Dies ist die erste vollständige Neugestaltung des Bargelds der gemeinsamen Währung seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Zwei Themen — „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“ — wurden bereits ausgewählt, die Motive genehmigt, und derzeit läuft eine groß angelegte öffentliche Umfrage. Bis zum 21. September kann jeder beeinflussen, wie das Geld in unseren Geldbörsen in einigen Jahren aussehen wird. Die alten Banknoten werden nicht abrupt verschwinden — sie bleiben parallel im Umlauf und behalten ihren Wert für immer.
Warum der Euro genau jetzt ein neues Aussehen braucht
Die erste Serie der Euro-Banknoten erschien vor mehr als 24 Jahren. Die zweite („Europa“) gelangte ab 2013 in den Umlauf. Zentralbanken weltweit aktualisieren das Geld-Design regelmäßig — meist alle 10 bis 15 Jahre. Die Gründe sind einfach und pragmatisch: Fälschungstechnologien entwickeln sich weiter, und die Gesellschaft verändert sich. Die EZB nennt direkt mehrere Ziele des neuen Designs:
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die Banknoten erheblich fälschungssicherer zu machen;
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die Zugänglichkeit für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen zu verbessern;
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den ökologischen Fußabdruck der Produktion zu verringern;
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das Geld für Europäer jeden Alters, jeder Herkunft und Kultur persönlicher zu gestalten. „Euro-Banknoten sind mehr als nur ein Zahlungsmittel. Sie sind eines der greifbarsten Symbole Europas“, erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Präsentation am 23. Juli.
Wie Themen und Motive ausgewählt wurden: Von Fokusgruppen bis zu 365.000 Stimmen
Der Prozess begann bereits Ende 2021. Zunächst wurden qualitative Studien in Fokusgruppen durchgeführt, gefolgt von groß angelegten Umfragen. Über 365.000 Europäer äußerten ihre Präferenzen zu möglichen Themen. Starke Unterstützung erhielten Kultur, Flüsse und Vögel. Im November 2023 genehmigte der EZB-Rat zwei finale Themen:
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„Europäische Kultur“ — gemeinsame Kulturräume und herausragende Europäer, deren Leben und Schaffen Grenzen überschritten.
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„Flüsse und Vögel“ — Natur ohne Grenzen, ein Symbol für Freiheit, Einheit und Umweltverantwortung. Im Januar 2025 wurden konkrete Motive genehmigt. So wurden sie aufgeteilt: Thema „Europäische Kultur“
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€5 — Maria Callas + Straßenkünstler
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€10 — Ludwig van Beethoven + Liederfestival
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€20 — Marie Curie + Schule/Universität
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€50 — Miguel de Cervantes + Bibliothek
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€100 — Leonardo da Vinci + Museum
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€200 — Bertha von Suttner + öffentlicher Platz Thema „Flüsse und Vögel“
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€5 — Bergquelle + Mauerläufer
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€10 — Wasserfall + Eisvogel
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€20 — Flusstal + Bienenfresser
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€50 — geschwungener Fluss + Weißstorch
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€100 — Flussmündung + Säbelschnäbler
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€200 — Meer + Basstölpel Auf der Rückseite der „Vogel“-Serie werden Gebäude europäischer Institutionen zu sehen sein — vom Europäischen Parlament bis zum Rechnungshof.
Ein Wettbewerb, an dem Designer aus ganz Europa teilnahmen
Im Juli 2025 schrieb die EZB einen offenen Wettbewerb aus. Es gingen 1.241 Bewerbungen von Grafikdesignern aus allen EU-Ländern ein. 25 Teilnehmer wurden ausgewählt, die bis Ende April 2026 vollständige Designserien für alle sechs Denominationen ausarbeiteten. Eine unabhängige Jury aus 21 Experten (je einer von jeder nationalen Zentralbank des Euroraums) bewertete 39 Entwürfe und wählte die 10 besten aus — fünf für jedes Thema. Genau diese zehn Varianten werden derzeit der Öffentlichkeit präsentiert. Wichtig: In der öffentlichen Umfrage sind die Designs nur mit den Buchstaben A–J gekennzeichnet, ohne die Namen der Autoren. Dies geschah bewusst, damit die Menschen die visuelle Lösung selbst bewerten und nicht die Reputation oder Nationalität des Designers.
Wie es weitergeht und wann wir die neuen Banknoten in den Geldbörsen sehen werden
Die öffentliche Online-Umfrage läuft bis zum 21. September 2026 (23:59 CET). Parallel dazu führt ein unabhängiges Meinungsforschungsinstitut eine repräsentative Studie unter den Bewohnern des Euroraums durch. Voraussichtlich Ende 2026 wird der EZB-Rat eine endgültige Entscheidung treffen. Danach beginnen die technische Überarbeitung, die Prüfung von Sicherheitsmerkmalen und die Vorbereitung der Produktion. Die Banknoten selbst werden erst in einigen Jahren im Umlauf erscheinen — ein genauer Termin steht noch nicht fest. Wichtige Garantien der EZB:
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Die Nennwerte bleiben dieselben (€5, €10, €20, €50, €100, €200);
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Größen und Hauptfarben werden sich wahrscheinlich nicht ändern (um Geldautomaten und Sortiermaschinen nicht zu beschädigen);
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alte Banknoten bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und können bei den nationalen Zentralbanken unbefristet umgetauscht werden.
Warum dies mehr als nur ein neues Bild ist
Geld ist einer der alltäglichsten Gegenstände, mit denen Hunderte Millionen Menschen täglich in Berührung kommen. Es liegt in Taschen, wandert durch die Hände von Verkäufern, Kassierern, Sammlern. Deshalb gestaltet die EZB den Prozess bewusst so transparent wie möglich: Erst wurde die Meinung der Menschen zu den Themen gehört, dann zu den Motiven, jetzt zu den konkreten Designs. Die neue Serie soll nicht nur schön sein, sondern auch umweltfreundlicher, sicherer und für alle zugänglicher, einschließlich Menschen mit Behinderungen. Offizielle Materialien, Bilder aller zehn Entwürfe und den Link zur Umfrage finden Sie auf der Website der EZB im Bereich Future banknotes. Der Euro bereitet sich auf ein neues Kapitel seiner Geschichte vor. Und dieses Mal können es nicht nur Banker und Designer schreiben — sondern auch ganz normale Europäer.
Vitalii Cherniuk - CEO World Banknote Store