Unter Sammlern hält sich nach wie vor ein Mythos: Wenn eine Banknote Heftklammerlöcher aufweist, ist sie kein UNC mehr. In Wirklichkeit hängt alles vom Ursprung dieser Löcher ab, und Bewertungsunternehmen haben seit langem eine klare Haltung zu diesem Thema entwickelt.
Woher Heftklammerlöcher kommen
Am häufigsten finden sich solche Löcher auf Banknoten aus Indien und Pakistan. Dies ist das Ergebnis einer Bankpraxis, die in diesen Ländern jahrzehntelang existierte: Bankangestellte hefteten Banknotenbündel mit einer Heftklammer zusammen, damit sie bei der Lagerung und Zählung nicht verstreut wurden. Aufgrund der riesigen Bargeldmengen war dies eine schnelle und bequeme Methode zur Organisation von Geldbündeln — und Millionen von Banknoten gelangten bereits mit zwei charakteristischen Klammerlöchern in den Umlauf. Mit der Zeit stellte sich heraus, dass solche Perforationen die Lebensdauer von Banknoten verkürzen, das Risiko von Rissen erhöhen und die Kosten für den Druck neuen Geldes steigern. Daher verbot die Reserve Bank of India (RBI) Mitte der 2000er Jahre den Banken das Heftklammern von Banknoten und empfahl stattdessen die Verwendung von Papierbanderolen oder speziellem Verpackungsband. Der entscheidende Punkt: Diese Löcher entstanden, bevor die Banknote in den Umlauf gelangte — sie sind also Teil der Ausgabegeschichte der Banknote und nicht das Ergebnis einer späteren Verwendung oder Beschädigung durch einen Besitzer.

Was Bewertungsunternehmen sagen
Dies ist nicht nur die Meinung von Sammlern — es ist die dokumentierte Position der Branche. Der klassische Standard für die Bewertung von Banknoten verlangt ausdrücklich, dass Wörter wie „pinholes“, „staple holes“, „trimmed“ usw. immer zur Beschreibung der Note hinzugefügt werden müssen, wobei anerkannt wird, dass bestimmte Länder ihre Banknoten vor der Ausgabe routinemäßig geheftet haben, sodass die Beschreibung in solchen Fällen einen Hinweis wie „usual staple holes“ enthalten kann. Die wichtigste Formulierung lautet jedoch wie folgt: Der Kern dieser Regel besteht darin, dass die Gesamtnote einer Banknote mit Mängeln nicht allein wegen dieser Mängel herabgestuft werden darf — die Beschreibung muss immer die spezifischen Mängel angeben, aber dies ist kein Grund, die Bewertungsstufe automatisch zu senken. Mit anderen Worten: Der offizielle Ansatz der Branche lautet, dass „staple holes at issue“ ein Merkmal der Ausgabe und kein Erhaltungsmangel sind und die technische numerische Bewertung nicht beeinflussen.
PMG in der Praxis: Ein separater standardisierter Kommentar
Das führende Bewertungsunternehmen PMG (Paper Money Guaranty) verwendet einen speziellen standardisierten Kommentar auf seinen Slabs — „Staple Holes at Issue“. Dieser Kommentar begleitet Noten, die vollständige, hohe UNC-Bewertungen erhalten, einschließlich der preisträchtigen Bezeichnung EPQ (Exceptional Paper Quality, die originales, unverändertes Papier ohne Pressung, Reparatur oder chemische Reinigung bescheinigt). Beispiele für Banknoten mit diesem Kommentar bei völlig „gesunden“ Bewertungen erscheinen regelmäßig auf dem Markt:
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Indien, 10 Rupien 1962 (P-40b) — PMG 65 EPQ, mit dem Verkäufervermerk „Uncirculated. PMG 65 EPQ. Staple Holes at Issue“
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Pakistan, 1 Rupie 1974 (P-24) — von PMG als UNC zertifiziert, mit dem Kommentar „Staple Holes at Issue“
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Indien, 100 Rupien (P-44, ND 1957-62) — PMG 63, mit dem Vermerk „Staple Holes at Issue“
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Algerien, 5 Dinare 1964 (P-122a) — PMG 63, mit dem Kommentar „Staple Holes“
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Pakistan, 100 Rupien (P-18a) — verkauft mit dem Vermerk „usual staple holes, prefixes vary“, was sich direkt auf die Standardformel aus den Bewertungsregeln bezieht
Hauptfazit
Wenn Heftklammerlöcher das Ergebnis einer standardmäßigen Ausgabepraxis sind (wie im Fall indischer und pakistanischer Banknoten), dann:
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Mindert dies den Erhaltungsgrad nicht unter UNC — Bewertungsunternehmen wie PMG vergeben für solche Noten offiziell Bewertungen von 63–67 EPQ und höher;
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Wird dies zwingend in der Beschreibung angegeben — als Merkmal „Staple Holes at Issue“ und nicht als Erhaltungsmangel.
Die Situation ist anders, wenn die Löcher das Ergebnis eines späteren Eingriffs sind (wenn die Banknote beispielsweise erst nach der Ausgabe, während der Lagerung in einer Sammlung oder einem Archiv geheftet wurde). In diesem Fall wird dies tatsächlich als Beschädigung betrachtet und muss die Bewertung mindern. Der Unterschied liegt genau im Ursprung der Löcher und nicht in ihrem bloßen Vorhandensein.
Vitalii Cherniuk - CEO World Banknote Store